Bayern, DE · ca. 41 km
14 Stunden im Zug. Wenig schlaf und hunger. Der erste Tag war die reinste Qual für den Körper. Nach einer minimalen Pause in Gmund, ging es dann auch sofort weiter zum nächsten Edeka nach Waakirchen-Hauserdörfl. Ich wollte dort eigentlich ein nickerchen machen aber der Körper wollte weiter. Nach einer guten Mahlzeit beim Bäcker ging es hinaus über Bad Tölz endlich an der Isar entlang. Kostenloses Wasser und eine Abkühlung bis zu meinem Schlafplatz. Das hört sich immer gut an. Nach einigen Stunden erreichte ich dann meinen Schlafplatz am Sylvensteinspeicher. Das erste was mir, bei der Abfahrt auffiel, war das dass Wasser im Speicher zurück geganen war. Was mich am Anfang etwas irritierte. Der Schlafplatz hatte sich kaum Verändert. Auf den ersten Blick vielleicht. Beim Aufbau meiner Hängematte stellte sich doch etwas heraus, die Toiletten waren schmutziger als letztes Jahr. Der kleine Abschnitt, wo ich Schlafen wollte, war von Toilettenpapier verdreckt und machte mich etwas wütend. Wer hatte sich getraut, so dicht an der Straße sein Geschäfft zu verrichten, dachte ich mir. Nach etwas Zeit, konnte ich einen geeigneten Platz finden, mein Abendrot essen, Wäsche waschen und endlich zur Ruhe kommen. Der erste Tag wieder auf dem Esel mit zu viel Gepäck und wenig Schlaf. Der Rest der Reise sollte noch folgen, ohne größere Hindernisse hoffte ich.
07. Juli 2026Bayern, DE · ca. 90 km
Geschlafen wie ein Stein. Die Wäsche war über Nacht getrocknet und ich war noch nicht richtig wach. Einpacken und Essen dauerte fast zwei Stunden. Heute war der längste Tag der Tour. Das ich einen großen Umweg vor mir hatte, konnte ich mir bis jetzt nicht denken. Die Luft war kühl, die Navigation funktionierte zwar, wurde aber am Ende nicht aufgezeichnet. Da ich mir nicht wieder auf der Mautstrasse die Hacken abfahren lassen wollte von gewissen Kraftfahrzeugen auf zwei Rädern. Entschied ich mich dazu, einen Abstecher ins Naturschutzgebiet Karwendel zu machen. Laut der Ausschreibung war der Weg auch für Familien mit ihren Kinderwagen geeignet. Nein, definitiv nicht! Der Weg durch das Naturschutzgebiet ist eine reine Gravel Strecke. Mit steinen, viel Schotter und kann auch an gewissen Stellen Nass und rutschig werden. Der Tag war Kühl und ein Wolkenbruch kroch langsam über das Land direkt auf mich zu. Ich war darauf vorbereitet. Jedoch nicht auf das Gatter das mir, auf einem leichten Abhang entgegenkam. Dabei rutschte mir mein Fahrrad aus der Hand und jagte mir somit den Fahrradsattel in den Oberschenkel. Ein stechender Schmerz durchfuhr mein Bein. Ich merkte von Anfang an wie spitz der Sattel war. Aber das war nun auch noch die Krönung der Stunde. In Krün angelangt, ging ich nach leichtem Zögern, zur Touristen Info und fragte nach einem Arzt. Ich hatte mir vor einem Jahr etliche Proschüren plus eine Fahrradkarte von hier schicken lassen. Zu meiner Überraschung kamen mir einige Bücher und Proschüren bekannt vor. Die nette Frau suchte einen Arzt für mich. Der in Krün hatte bereits zu. Es war Mittwoch. Sie leitete mich daraufhin weiter nach Mittenwald. Ich hatte vor der Fahrt schon überlegt gehabt, noch einmal einen Abstecher nach Mittenwald zu machen. Es war nicht weit bis dahin, ich musste aber vorher etwas essen. Ich war ausgehungert. Das Frühstück hatte nicht geschmeckt und es musste jetzt etwas her. Bevor ich in das Naturschutzgebiet fuhr, erkundigte ich mich nach einer essensmöglichkeit und stieß auf eine Pizzeria in Krün. Dort angekommen stellte sich heraus, dass die Pizza aus einem Automaten kam. Ich dachte mir nichts dabei. Die Pizza war riesig. Kam aus dem Automaten auf eine Art silbernen Unterteller eingepackt in einem schönen Pizzakarton. Nach einer guten Mahlzeit ging es weiter nach Mittenwald zum Ärztehaus am Bahnhof. Leider hatte die Ärztin keine kapazität und schickte mich runter zur Chirurgie, die mich zum Glück aufgenommen hat, obwohl OP-Tag war. Die Wunde wurde gereinigt, wurde mit einem Klammerpflaster versorgt und es ging weiter nach einem kleinem Besuch bei der Fahrrad Werkstatt wegen einem Wackelkontakt bei meinem Fahrrad-Licht. Die Fahrt nach Garmisch-Partenkirchen war ein Traum. Kleine, saubere Dörfer und viele freie Wiesen. Es fing langsam an dunkel zu werden und bevor ich es merkte, war ich bereits in Garmisch-Partenkirchen. Jetzt musste aber wirklich ein Schlafplatzt her. Ich entschied mich für einen Friedhof der am Rande von Partenkirchen lag. Ruhige Lage, genug Wasser für ein wenig Wäsche waschen und absolute Abgeschiedenheit von dem Lauten Fest das in der Altstadt stattfand. Morgen sollte es wieder warm werden. Ich war gespannt, was noch auf mich zukam.
08. Juli 2026Bayern → Tirol · ca. 25 km
Ich musste früh raus, es war kurz nach halb Sechs. Ich hatte das Gefühl, als würde gleich etwas passieren. Eine Stunde später hörte ich Autos und Menschen. Die Kapelle wurde aufgeschlossen. Ich hatte zum Glück schon alles eingeräumt und saß mit meinem Frühstück auf einer Bank geschützt von der Sonne. Die Arbeiter grüßten mich. "Lass dich nicht stören." sagte einer zu mir. Ich beobachtete noch ein wenig die Menschen auf dem Friedhof. Ein älterer Herr legte in der Ferne Blumen auf ein Grab und nahm danach seinen Hut ab. Danach erschienen immer mehr Menschen auf dem Friedhof. Ich war froh, dass ich schon alles zusammen gepackt hatte. Vielleicht war es eine Bestattung. Ich weiß es nicht. Als ich mein Frühstück wieder nicht runterbekam, fuhr ich zum nächstgelegenen McDonald's. Heute ging es fast 1000 Höhenmeter zu überwinden. Bei der Hitze war ich Glücklich, noch auf einen Getränkeladen gestoßen zu sein. Ich kaufte mir kein Wasser, sondern wieder zu Süße Getränke als Belohnung. Wasser findet man überall in den Bergen. Klare Flüsse, grüne Natur und wunderschöne Landschaften. Der Weg führte mich an der Loisach entlang. Ich musste dort, unter einer Brücke, zum ersten mal mein T-Shirt komplett nass machen. Was für eine Erholung. Danach ging es weiter nach oben. Der Weg war nicht besonders gut geschützt durch Bäume und die Sonne brannte auf mich herab. Eine zweite Abkühlung, kurz vor Griesen, war nötig. Diesmal blieb ich etwas länger und tränkte selbst meinen Kopf ins Wasser. Ich war jedoch vorsichtig, Flussaufwärts befand sich ein Fliegenfischer. Nach einer Weile ging es weiter. In Griesen ließ ich es mir nochmal gut gehen mit einem Eis und eine große Apfelschorle. Nach einer langen Pause und einem Besuch auf der Toilette im eiskalten Keller, ging es weiter. Der letzte Anstieg. Die Loisach topte neben meiner Strecke. Ich wollte raus aus dieser Hitze. Immer und immer weiter ging es nach oben. Dann, ein brausend, tobendes Geräusch. Ein riesiger Wasserfall. Meine Rettung. Kurz vor Ehrwald wurde ich noch einmal mit einem Geschenk der Natur belohnt. Der Häselgehrbach. Einige Leute hatten nur leichtes Schuhwerk an oder hatten kaum Gepäck bei sich. Dies sagte mir, dass ich kurz vor dem Ziel war. Zivilisation und Essen. Nach einem kurzen Abstecher zum Wasserfall, ging es weiter nach Ehrwald. Ich musste meine Reserven auffüllen. Die erste Anlaufstelle war der SPAR im Ort. Meine deutschen Pfandflaschen galten in Österreich nicht mehr und ich musste sie dann, schweren Herzens, entsorgen. Nachdem ich mir dann etwas WLAN geschnorrt hatte, ging es weiter zur Pizzeria. Ich will nicht Lügen, aber ich habe eine komplette Pizza gegessen plus eine volle Portion Pasta. Das Essen war fantastisch und gab mir die nötige Energie für den letzten Abschnitt zum Campingplatz Dr. Lauth. Was für ein Tag. Ich durfte meine Hängematte oben, innerhalb des Campingplatzes im dichten Wald, aufspannen. Weit weg von anderen Campern. Ich war sicher. Der mächtige Bergblick auf die Zugspitze war ungewohnt. Unter so einem riesigen Koloss zu schlafen. Die Zugspitze wirkte so monumental, dass ich ihre Nähe erst einmal begreifen musste. Nicht die Schönheit hat mich überwältigt, sondern die schiere Präsenz dieses Berges. Mein Ritual am Abend war das gleiche wie immer. Wäsche waschen und zum ersten Mal richtig duschen. Nachdem mir das Personal noch zwei Kühlakkus, für meine steifen Muskeln gegeben hatte, ging es in die Hängematte. Ich war erschöpft, aber zufrieden. Die Etappe war geschafft und ich war sicher.
09. Juli 2026Tirol, AT · ca. 45 km
Die Etappe ist noch nicht abgeschlossen. Ich bin gerade unterwegs und werde den Eintrag nachreichen, sobald ich Imst erreicht habe.
Tirol → Graubünden · ca. 90 km
Noch kein Eintrag – Etappe steht noch aus.
Graubünden → Lombardei · ca. 65 km
Noch kein Eintrag – Etappe steht noch aus.
Lombardei, IT · ca. 30 km
Noch kein Eintrag – Etappe steht noch aus.
Lombardei, IT · ca. 20 km
Noch kein Eintrag – Etappe steht noch aus.
Lombardei, IT · Ankunft
Noch kein Eintrag – das Ziel wartet.